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iPad-Nutzer wollen die #Tageszeitung auf ihrem #iPad lesen!
Time Warner Cable Prototype iPad App
Kamikaze-Kurs: US-Verlag Dorchester setzt nur noch auf E-Books und Print-on-demand
It’s the content, stupit!
Aktuell beschäftige ich mich mit Online-Publishing, also dem Publizieren von “Büchern” auf elektronischen Plattformen wie z.B. iTunes/iPad oder Amazon.com/Kindle. Dabei ist mir aufgefallen, dass es in der Schweiz offenbar noch niemanden gibt, der ein brauchbares Angebot für Schriftsteller vorweisen kann. Und so erstaunt es mich auch nicht, dass der “Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband” (SBVV) zum Thema E-Books nichts (ok, einen Verweis auf den SONY-Reader gibt es) auf seiner Webseite hat und mir auch nach einer Woche noch keine Antwort auf meine E-Mail gegeben hat.
Ja, momentan beschäftigt sich der Verband lieber mit dem Thema der “Buchpreisbindung” – also der Sicherung des Wohligen, Bekannten – der “cash-cow”. (Und mit ihm verschläft auch das Parlament diese Revolution – mir soll’s recht sein!) Das erinnert doch irgendwie schon stark an die Abwehrversuche der Musikbranche vor zehn Jahren gegenüber dem Online-File-Sharing (“Napster”). Ob dieses Mal auch wieder Apple die Nase vorn hat und den “alten Herren” zeigt, wo’s lang geht? Die Chancen stehen nicht einmal so schlecht…
Als nächstes sah ich einen längeren Artikel im Magazin über “Das grosse Zittern um die Zukunft des Lesens im Zeitalter des iPad” (Seite 14ff, Ausgabe 26-10). Hier ein paar Sätze, die ich für mich markiert habe:
- “[...] die, die lesen, wirklich lesen, sind ja schon heute eine Minderheit”
- “Woher die Abneigung gegenüber dem elektronischen Buch? Weshalb bloss die Furcht vor der Einsicht, das Wichtigste am Buch könnte nicht das Buch, sondern sein Inhalt sein?”
- “Laut einer Studie will sich jeder vierte in den USA ‘wahrscheinlich’ oder ‘sehr wahrscheinlich’ einen E-Reader anschaffen. Im Jahr 2013 soll E-Books sechs Prozent der Buchbranche ausmachen. Tendenz weiter steigend.”
- “Die Strategie heisst: vorne mit dabei sein, weil es hinten ungemütlich werden könnte.”
- “[...] die Zahlen widersprechen der Intuition. Erste Studien aus den USA ergaben, dass auf dem iPad seit der Markteinführung ‘Non-Fiction’ und ‘Fiction’ zu je fünfzig Prozent runtergeladen werden.”
- “Wenn zwanzig Prozent der Bücher, die verkauft werden, künftig E-Books sind, dann werden annähernd zwanzig Prozent der Buchhandlungen schliessen oder sich verkleinern müssen.”
- “[...] als fairster Player aus Sicht der Verlegen gilt Apple.”
- “Man muss also jetzt in die E-Books investieren, um ‘in fünf, vielleicht zehn Jahren’ [...] die ersten Eier zu bekommen.”
- “Das E-Book fühlt sich zwar nicht wie ein Buch an, doch es liest sich wie eines. Das Lesen bleibt sich gleich.”
Ganz zufällig kann Amazon in den USA vor einem Tag einen bemerkenswerten Erfolg vermelden:
Amazon verkauft mehr elektronische als gebundene Bücher
(Quelle: NZZ Online)
Nun also die Frage:
Wo soll ich also meine Geschichte publizieren? Weiss jemand Rat?
Kindle-Verkaufszahlen: Amazon verkündet E-Buch-Sieg
Erste Erfahrungen mit Apple’s iPad
Seit rund einer Woche arbeite spiele entdecke ich nun Apple’s neues Wunderding, das iPad. Zeit also auch für mich, eine erste Bilanz zu ziehen:
iPad Konzept
- Vom Primitiven zum Komplizierten zum Einfachen (<– you are here!)
Hier in der Stadt gibt es einen “Premium Reseller” von Apple-Produkten. Da sind drei iPads ausgestellt und laden zum Ausprobieren ein. Allein die Tatsache, dass sich nicht die typischen “Nerds” mit dem Teil beschäftigen, sondern Frauen ab 50, zeigt mir, welche neue Käuferschicht mit dem iPad angesprochen wird. Das iPad ist endlich ein Computer, den man als 0815-Otto-Normalverbraucher-Bürger versteht. Hier schlägt das einfache Design von Apple durch. Anstelle eines Keyboards (“welche Taste muss ich jetzt drücken?”) und einer Maus (“Rechts-Klick?”) gibt es nur einen Touch-Screen (mit Betonung auf “Touch”, nicht “Press”!). Tasten auf dem Keyboard schlägt man an – auf dem iPad berührt man den Bildschirm sanft. Alleine das baut Hemmungen und Ängste zwischen Mensch und Maschine (und umgekehrt) ab. Endlich kann sich jeder einen Computer bedienen ohne zuvor einen Massen-Migros-Klubschule-Kurs in EDV zu besuchen. Und dann fragt man sich schon: “Wieso blieb den Herstellern dieser Gedanke so lange erspart?” War das mit Absicht so? Das selbe gilt für die “Handy-Kurse”, welche von den Telekomriesen angeboten werden. Sobald sich ein Produkt selbst erklärt, hat es den Olymp der Benutzerfreundlichkeit erreicht. Mit dem iPad (und auch dem iPhone) hat Apple den Standard gesetzt und ist nun Jahre vor der Konkurrenz! - Man kann nichts falsch machen
Apple Produkte sind einfach zu bedienen – sie sind intuitiv. Programme auf einem Mac zu installieren (Symbol in den Programmordner verschieben) und zu deinstallieren (Symbol in den Papierkorb verschieben) ist ein Kinderspiel. Genauso einfach geht die Installation auf dem iPad (wie auch dem iPhone). Man kauft sich das Programm an einem vordefinierten Ort (dem App-Store). Läuft ein Programm, so kann man jederzeit mit dem Escape-Home-Button wieder zurück zur Übersicht. Die typischen Windows-Fehlermeldungen und all die System-Programme (Virenschutz, Firewall, Defragmentierung, RAM-Booster und dergleichen) sind schlicht nicht nötig. Was will man dann als Nutzer noch falsch machen können? - Technologie
Es ist ja wirklich unglaublich, was Apple alles in das iPad gesteckt hat (OK, die beiden Kameras fehlen noch). Besonders ist auch mir die Geschwindigkeit aufgefallen. Kein Ruckeln, kein Warten. Das iPad tut mit Freude seinen Dienst. Die Ausrede “Mein Computer wollte nicht…” wird schon bald der Vergangenheit angehören. - Ein Computer “for the rest of us”
Die oben genannten Gründe führen mich zum Schluss, dass das iPad ein sehr grosses Potenzial hat. Wer bisher sich keine “graue Kiste” anschaffen wollte, dem gehen demnächst die Argumente gegen einen Computer aus. Wenn selbst älteren, nicht-IT-affinen Menschen der Schritt in die elektronische Welt so einfach gemacht wird, werden sie ihn auch gehen.
Reaktionen
- Was machst du damit? Wozu brauchst du es?
Meine Antwort ist jeweils simpel: “Genau deshalb habe ich eines gekauft. Ich will selbst herausfinden, wozu man das iPad am besten einsetzt.” - Kann man auch…?
Ja, kann man! Und dann geht die Vorführung los und das Staunen kennt kein Ende. - Wie lange dauert es, bis ich es begriffen habe?
Eine Minute und man kann loslegen. - Verblüfft
Man ist verblüfft ob der Leistungsfähigkeit und dem Design. Gibt es jemanden, der das iPad nicht schön findet?
Apps
- Google Earth (App-Store-Link)
Noch nie konnte man so einfach Gott spielen. Mit ein paar Fingerbewegungen holt man sich die ganze Welt vor Augen, dreht die Erde in die richtige Position, fliegt näher ran, oder schaut etwas mehr von der Seite, so dass auch die Berge in die Höhe ragen. Die App ist hervorragend geeignet, um Leute zum Staunen zu bringen! - iBooks (App-Store-Link)
Endlich kann ich meine getabstract-Zusammenfassungen sinnvoll verwalten. Und mit der nächsten Version wird es ausserdem möglich, auch PDF ins Büchergestell zu stellen. Dann werden alle meine gesammelten Texte, die Gloom-Bloom-and-Doom-Reports, die Tendsjournals und Wegelin Anlagekommentare dort abgelegt. Markierungen bleiben erhalten, Stichworte und Notizen ergänzen die Dokumente – Wunderbar! Die App hat Entwicklungspotential! - Reeder (App-Store-Link)
Wer seine vielen RSS-Feeds über google reader verwaltet, braucht ein schönes UI (UserInterface). Reeder bietet genau das. Reeder passt perfekt ins Konzept des iPad und Zeitungen werden so überflüssig. - Air Display (App-Store-Link)
Eine eher etwas teure App ist ‘Air Display’. Allerdings ist die Funktion nicht zu verachten: Aus dem iPad wird ein externer, über WLAN angesteuerter Monitor.
Fazit:
Das iPad empfiehlt sich für alles, wo nicht viel geschrieben werden muss – also Medienkonsumation und das Erledigen von kleinen Dinge des Alltags (Notizen, Kalender, To-Do’s, E-Mails, Internet). Damit erhalten die Konsumenten endlich ein Produkt, welches auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist, weder ein 10-Finger-System, noch IT-Vorkenntnisse bedarf und auch keine Wartung braucht. Für IT-Junkies wird das zu wenig sein. Für den Durchschnittsbürger ist es aber genau das, was er will.